Martina Lohan – Die Bewegungsexpertin
Heilpraktikerin & Physiotherapeutin
Das höre ich oft.
Von Frauen, die motiviert gestartet sind. Die wussten, dass ihnen Bewegung guttun würde. Die einen Plan hatten – und ihn ernst genommen haben.
Und die trotzdem irgendwann aufgehört haben.
Eine von ihnen war Sabine. Dienstagmorgen, dritte Woche ihres neuen Programms. Die ersten Tage liefen gut. Die Übungen machten Sinn. Sie spürte sogar etwas.
Aber dann kam Mittwoch. Ein langer Tag. Eine schlaflose Nacht davor. Die Kollegin krank, alles blieb an ihr hängen. Abends saß sie auf dem Sofa – und das Letzte, woran sie denken wollte, waren Übungen.
Sie ließ es.
Einen Tag. Dann zwei.
Und dann war es wieder vorbei.
Nicht, weil sie zu wenig Disziplin hatte. Nicht, weil sie es nicht wirklich wollte. Sondern weil das Programm nicht mit ihrem Leben gerechnet hatte. Mit Tagen, an denen man müde ist. Mit Wochen, in denen der Alltag einfach mehr ist als geplant.
Die meisten Programme sind für ideale Bedingungen gebaut. Für Tage, an denen du ausgeschlafen bist, Zeit hast und motiviert bist.
Aber wann hast du zuletzt einen solchen Tag gehabt?
Genau deshalb arbeite ich anders.
Sondern mit einem Ansatz, der auch dann funktioniert, wenn es das nicht tut.
Das bedeutet konkret:
Selbst wenn du bisher keine regelmäßige Routine hattest – dieser Ansatz ist nicht für Menschen gebaut, die perfekt funktionieren. Er ist für Menschen gebaut, die ein Leben haben.
Dann schauen wir genauer hin. Was zeigt dein Körper gerade? Was sagen deine Blutwerte? Was braucht dein System wirklich – nicht was ein allgemeiner Plan vorschlägt?
Weil Veränderung, die bleibt, selten von einem einzigen Hebel kommt.
Du stehst morgens auf. Die Steifheit in den Knien, die dich die ersten Schritte immer etwas kostete – sie ist weniger geworden. Nicht weg. Aber weniger.
Du machst eine Pause – einen Tag, zwei Tage – und steigst einfach wieder ein. Ohne das Gefühl, von vorne anfangen zu müssen.
Du sitzt abends auf dem Sofa. Und bist nicht komplett leer.
Und irgendwann, ohne dass du genau sagen könntest, wann es passiert ist, denkst du: „Ich fühl mich wieder mehr wie ich selbst."
Ich begleite Frauen seit über 40 Jahren – als Physiotherapeutin, als Heilpraktikerin, und als jemand, der diese Phase selbst kennt.
Ich weiß, wie schnell man in dieser Zeit das Gefühl bekommt, den eigenen Körper nicht mehr zu verstehen. Wie frustrierend es ist, wenn das, was früher funktioniert hat, plötzlich nicht mehr reicht. Und wie oft Frauen sich fragen, ob sie einfach nicht der Typ dafür sind.
Sie sind es. Das Problem war nie sie.
...du schon mehrmals angesetzt hast – und trotzdem wieder hier bist. Du hast es versucht. Vielleicht mehr als einmal. Und jedes Mal gab es einen Punkt, an dem der Alltag stärker war als der Plan. Du bist nicht gescheitert. Du hattest einfach noch nicht den richtigen Ansatz.
...du morgens aufwachst und schon müde bist, bevor der Tag begonnen hat. Nicht weil du krank bist. Nicht weil irgendetwas nicht stimmt. Sondern weil dein Körper gerade durch eine Phase geht, die viel Energie kostet – und du dir nicht sicher bist, wie du wieder rauskommst.
...du deinen Körper gerade nicht mehr richtig kennst. Die Jeans sitzt anders. Die Knie melden sich beim Treppensteigen. Du schläfst deine Stunden – und fühlst dich trotzdem nicht erholt. Du tust dasselbe wie früher. Und trotzdem fühlt sich alles schwerer an. Dieses Gefühl hat einen Namen. Und es gibt einen Weg heraus.
...du etwas verändern willst – aber ohne Druck und ohne großen Aufwand. Du hast keine Lust mehr auf Programme, die funktionieren, solange du perfekt mitmachst. Was du suchst, ist kein neuer Anlauf mit demselben Ergebnis. Sondern etwas, das sich von Anfang an anders anfühlt. Kleiner. Echter. Haltbarer.
...du abends einfach noch etwas für dich übrig haben willst. Nicht nur funktionieren. Nicht nur durchkommen. Sondern nach einem vollen Tag noch einen Moment spüren: Das gehört mir. Das tue ich für mich. Und es fühlt sich gut an.
...du dir wünschst, dass endlich jemand deinen Körper ernst nimmt – und nicht nur allgemeine Ratschläge gibt. Du bist kein Durchschnittsfall. Dein Körper ist es auch nicht. Was du brauchst, ist kein Programm von der Stange, sondern jemand, der hinschaut. Fragt. Versteht. Und dann einen Weg vorschlägt, der wirklich zu dir passt.
Dann schau dir in Ruhe an, wie du starten kannst. Kein Zeitdruck. Keine Entscheidung, die du heute treffen musst.
Vielleicht ist genau jetzt der Moment, an dem du wieder anfängst, dich um dich selbst zu kümmern – ohne gleich alles auf den Kopf zu stellen.